Petra KAMMEREVERT

12.10.2017

Unesco-Austritt ist verantwortungslos und kurzsichtig

USA kündigen Rückzug aus internationaler Kultur- und Bildungsorganisation an

„Dass sich die USA nun auch noch aus der internationalen Kultur- und Bildungsorganisation Unesco ausklinken wollen, ist ein weiterer Schritt Trumps zur Abschottung seines Landes“, kommentiert  Petra Kammerevert die Ankündigung des US-Außenministeriums, aus der Unesco auszutreten. „Präsident Trump zeigt mit dieser Entscheidung, dass er die Herausforderungen unserer Zeit nicht begreift. Wir brauchen angesichts von Globalisierung sowie von Radikalismus und Extremismus eher mehr als weniger kulturellen Dialog. Ein Unesco-Austritt ist gegenüber der Weltgemeinschaft genauso wie gegenüber der eigenen Bevölkerung verantwortungslos und kurzsichtig.“

Die Unesco wurde mit dem Ziel gegründet, durch kulturellen Dialog zwischen den Völkern die Grundlage für weltweiten Frieden zu schaffen. Die Organisation fördert zudem die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur und setzt sich weltweit für die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten ein. Der amerikanischen Austrittserklärung vorangegangen war ein Streit über die Unesco-Mitgliedschaft der palästinensischen Autonomiebehörde. Als Gründe nannten die USA offenbar auch eine Reformbedürftigkeit der Unesco sowie Zahlungsrückstände in der Organisation.

„Die Beweggründe für den Austritt aus der Unesco sind zum Teil völlig an den Haaren herbeigezogen“, kritisiert Petra Kammerevert. „Eine Reform der Organisation könnte nur von innen heraus eingeleitet und gelenkt werden. Wenn die USA austreten, verwirken sie jedoch jeglichen Einfluss auf eine Neuausrichtung. Zudem gehört es zu den Aufgaben der Organisation, auch Lösungen zu den schwierigen Themen der Weltpolitik zu suchen. Dazu zählt nun einmal der israelisch-palästinensische Konflikt.“

„Ich hoffe sehr, dass sich die USA auch künftig an grundlegende globale Absprachen wie das Welturheberrechtsabkommen oder die Unesco-Welterbekonvention gebunden fühlen. Anderenfalls würde dies jegliche transatlantische Zusammenarbeit deutlich erschweren“, so Petra Kammerevert. „Wir bedauern von jeher, dass die USA der Unesco-Konvention zum Schutz kultureller Ausdrucksformen sowie der Konvention zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes nicht beigetreten sind. Den heute angekündigten Schritt, auch bisher Erreichtes negieren zu wollen, können wir nicht gutheißen.“

Weitere Informationen: Büro Kammerevert +32 228 47554 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressesprecherin)