Susanne MELIOR

12.3.2018

Inhalt von Wein und Bier klar kennzeichnen

Alkoholindustrie legt Bericht zur freiwilligen Selbstregulierung vor

Eine klare Kennzeichnung von Inhaltsstoffen und Nährwerten auf Wein, Bier & Co. – das fordert die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior anlässlich eines Vorschlags zur freiwilligen Selbstregulierung, den die Alkoholindustrie am Montag, 12. März 2018, präsentieren will. Die EU-Kommission hatte den Branchenverbänden ein Jahr Zeit gegeben, um einen solchen Entwurf zu erarbeiten. Diese Frist läuft nun ab.

„Auf jeder Limo-Dose muss stehen, was drin ist. Sobald die Hersteller aber einem Getränk Alkohol zufügen, werden die Verbraucher über die Inhaltsstoffe im Dunkeln gelassen. Das ist nicht nachvollziehbar“, sagt Susanne Melior, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. „Die Forderungen der Sozialdemokraten sind eindeutig: Keine Ausnahmen mehr für alkoholische Getränke. Auf Flaschen mit Bier, Wein und Spirituosen sollen wie bei allen anderen Lebens- und Genussmitteln auch die Angaben zu Zutaten und Nährwerten zu lesen sein.“

Die EU-Kommission hatte im März 2017 einen Bericht zur Kennzeichnung alkoholischer Getränke veröffentlicht. Demnach gibt es keine objektiven Gründe dafür, Informationen zu Zutaten und Nährwerten alkoholischer Getränke wegzulassen.

„Verbraucher sollten die Möglichkeit haben zu erkennen, wieviel Zucker im Rotwein steckt und wie viele Kalorien im Weizenbier enthalten sind – und zwar auf einen Blick. Die Zutatenliste und die Nährwertdeklaration sollten direkt auf dem Etikett abgedruckt sein. Überlegungen, nur mit einem QR-Code zu arbeiten, erteilen wir eine klare Absage. Um die Informationen abzurufen, müsste man in diesem Fall erst mit einem Smartphone oder Tablet den Code scannen und eine Internetseite aufrufen. Das ist ein durchschaubarer Versuch, Hürden aufzubauen und die Verbraucher weiter im Dunkeln zu halten“, erklärt Susanne Melior.

Ein weiterer Streitpunkt könnte die Frage sein, ob die Nährwertangaben sich auf eine sogenannte Portionsgröße oder auf eine einheitliche Menge beziehen. „Ich halte 100 Milliliter als Referenzmenge für absolut sinnvoll. So können Verbraucher die Nährwerte der verschiedenen alkoholischen Getränke miteinander vergleichen, ohne einen Taschenrechner benutzen zu müssen. Natürlich ist ein Bierglas viel größer als ein Whiskyglas. Eine freiwillige und zusätzliche Information anhand einer Portionsgröße kann deshalb selbstverständlich nützlich sein“, so Susanne Melior.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 28 45183 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressesprecherin)